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castorpollux
Farbrauminstallation von Anette Haas
25.07. - 11.10.2009
Eröffnung: Samstag 25.07.2009 / 19 Uhr
Kornhäuschen freut sich, eine Solopräsentation der Berliner
Künstlerin Anette Haas zu zeigen. In ihrer Installation castorpollux
nimmt sie direkten Bezug auf das Aschaffenburger Pompejanum.
In der griechischen Mythologie sind der sterbliche Kastor und der unsterbliche
Polydeukes zwei unzertrennliche Brüder, die so genannten Dioskuren.
Sie gleichen einander wie Zwillinge und wurden für ihren Mut im Kampf
und ihre Heldentaten gerühmt. Als Kastor in einem Zweikampf stirbt,
bittet Polydeukes den Vater Zeus, weiterhin mit seinem Bruder zusammen
sein zu dürfen. Zeus erlaubt es ihm mit der Auflage, den gemeinsamen
Aufenthaltsort täglich zu wechseln: einen Tag im Olymp bei den Göttern,
einen Tag im Hades der Unterwelt. Ein symbolisches Wandern zwischen Leben
und Tod, zwischen Tag und Nacht. Als Castor und Pollux tauchen die unzertrennlichen
Zwillinge in der römischen Mythologie wieder auf. Ihnen zu Ehren
wurde auf dem Forum Romanum der Castor-und-Pollux-Tempel errichtet.
In Pompeji wurde bei Ausgrabungen im 18. Jahrhundert das Castor und Pollux
Haus entdeckt, ein Doppelhaus, dessen zwei Hälften über ein
Peristyl, das auf allen Seiten von Säulen umgeben ist, miteinander
verbunden sind. Das Pompejanum in Aschaffenburg entstand nach dem Vorbild
dieser „Casa dei Dioscuri“.
König Ludwig I. von Bayern ließ es von dem Architekten Friedrich
von Gärtner zwischen 1840 und 1848 als Museum errichten. Zur Bauzeit
des Aschaffenburger Pompejanums existierte das Kornhäuschen bereits,
errichtet 1805. Wie Zwillingsvitrinen stehen die beiden Pavillions an
den zwei Enden des Säulengangs: die eine Hälfte des Gebäudes
wie eine seitliche Spiegelung der anderen. Ein Pavillion ist nach Osten
zum Sonnenaufgang hin, sein Zwilling nach Westen zum Sonnenuntergang ausgerichtet
– so nehmen beide auch an einem Kreislauf, am täglichen Übergang
von Tag und Nacht teil. Mit seiner fensterlosen Rückwand erinnert
der Säulengang an eine Kulisse, an eine antike Scena, einen Raum
für Projektionen und spielerische Verweise.
Anette Haas (*1961) studierte Malerei an der Hochschule für Bildende
Künste, Braunschweig und am Goldsmiths` College, London. Einzel -
und Ausstellungsbeteiligungen im In - und Ausland. DAAD Stipendium London
/ Künstlerdorf Stipendium Schöppingen / Barkenhoff Stipendium
Worpswede /Villa Massimo Stipendium Rom. Lehrauftrag an der Hochschule
für Bildende Künste Braunschweig / Künstlerische Mitarbeit
an der Technischen Universität Braunschweig / Gastprofessorin für
Malerei, Universität der Künste Berlin / Gastprofessorin an
der Deutsch-Chinesischen Kunstakademie Hangzhou, China.
Sie lebt und arbeitet in Berlin.
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