Frank Bubenzer

Collage - Video - Offenes Atelier

 

30.6. - 1.8.2012

 

Ausgangspunkt meiner für das Kornhäuschen Aschaffenburg entwickelten Ausstellung „AABB“ sind die diametralen Bühnenmodelle der beiden für das Theater des 20.Jahrhunderts vielleicht interessantesten Künstler Antonin Artaud und Bertolt Brecht. Beide unternahmen nicht nur zeitgleich eine Reform des Sprechtheaters  - Brecht the popular meeting against social exploitation, Artaud the collective ritual against the disease of civilisation (Jacques Rancière) -, sondern bezogen sich dabei auch wiederholt auf einen fiktiven Ort:

 

In Mexiko, denn um Mexiko handelt es sich, gibt es keine Kunst und die Dinge sind Dienende. Und die Welt befindet sich in fortwährendem Überschwang.

Antonin Artaud

 

Der chinesische Artist spielt vor allem nicht so, als existiere außer den drei Wänden, die ihn umgeben, auch noch eine vierte Wand. Er bringt zum Ausdruck, daß er weiß, es wird ihm zugesehen. 

Bertolt Brecht

 

2009 bin ich nach Mexiko gefahren, um mich dort mit den Texten von Antonin Artaud auseinanderzusetzen. Die Arbeit „The An-Archic Device“ ist in Mexiko-Stadt im Rahmen des ersten Mexiko-Stipendiums für deutsche Medienkünstler (Goethe Institut, Werkleitz, Centro Multimedia) entstanden. In der zweiten Hälfte des Jahres 2011 habe ich begonnen, Bertolt Brecht in China zu lesen. Als deutscher Künstler wurde ich von der „Abteilung Kultur und Bildung des Deutschen Generalkonsulats Shanghai” (Goethe-Institut Shanghai) eingeladen, im Kontext von „Deutschland und China gemeinsam in Bewegung“ an dem Projekt “Chongqing entdecken – Unsere Stadt, Unser Öffentlicher Raum” teilzunehmen. Die Videoarbeit „Reading Brecht in Szechwan“ ist ein erstes Ergebnis dieser Reise und wird erstmalig in Aschaffenburg präsentiert. (Tobias Rosenberger)

 

 

Tobias Rosenberger (*1980 in Alzenau). Er studierte "Angewandte Theaterwissenschaften" in Giessen bei Heiner Goebbels und Helga Finter. Neben szenischen Projekten (Festival Junger Talente, Frankfurter Positionen, Körber Studio Junge Regie) realisierte er Installationen für die dt. und franz. Botschaft in Sana'a, Jaaga Creative Common Ground Bangalore und Daning Life Hub Schanghai. Er ist mehrmaliger Teilnehmer der Luminale Frankfurt und zeigte seine Arbeiten u.a. in Lyon (Les Subsistences), Barcelona (Goethe Institut), Macau (Orient Foundation), Kopenhagen (re-new-DigitalArtsFestival), Liverpool (Moves10), Katowice (Galeria Rondo Sztuki), Mexico-Stadt (solo in der Galería A/B del CENART ), Sewastopol (Balaklava Odyssey), Peking (AFA Centre for Contemporary Art), Osnabrück (European Media Art Festival, Kunsthalle Dominikanerkirche) und Esslingen/Neckar (solo in der Villa Merkel). Für seine Arbeiten an der Schnittstelle von Theater, Medienkunst und Installation wurde Rosenberger mehrfach ausgezeichnet. Er lebt und arbeitet zwischen Schanghai und Schöllkrippen. 

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