Feldarbeit

Ralf Münz

 

3. 12. 2011 - 31.1.2012

Infrarot / Ultraviolett  / Haut und Knochen / Das elektromagnetische Feld

Ralf Münz zeigt im Kornhäuschen Aschaffenburg die dreiteilige Installation “Feldarbeit”. Die Arbeit bezieht sich sowohl auf die architektonischen Begebenheiten als auch auf die Erscheinungen und Ausrichtung des elektromagnetischen Feldes. Ganz gleich, ob es sich um das elektromagnetische Feld der Sonne, der Erde oder des Menschen selbst handelt, geht es prinzipiell um den Energiefluss zwischen einem Pluspol und einem Minuspol und das dabei induzierte Feld, das letztendlich für alle chemischen und biologischen Prozesse verantwortlich ist. Faraday stellte sich dieses Kraftfeld angefüllt mit unsichtbaren Röhren vor.

 

Das Kornhäuschen selbst verkörpert durch die zwei Pavillons und der offenen Säulenhalle diesen Dipol-Charakter auf ideale Weise. Auch die darin gezeigten Skulpturen und deren Beziehungen untereinander werden von einer Dipolstruktur bestimmt; ähnlich dem senkrecht zur Erde ausgerichteten menschlichen elektromagnetischen Feld zwischen den beiden Enden der Wirbelsäule. Jeder der beiden Pavillons ist mit einer eigenen Skulpturengruppe ausgestattet und leuchtet in einer anderen Farbe: Links Infrarot und rechts Ultraviolett. Beides sind Grenzbereiche des elektromagnetischen Wellenspektrums, die der Mensch noch wahrnehmen kann, dazwischen liegt der sichtbare Bereich, das Licht (in der Ausstellung repräsentiert durch eine weiße Thekenskulptur mit integrierter Filmprojektion). Die Installation nähert sich den verschiedenen, an sich unsichtbaren, Erscheinungen des elektro-magnetischen Feldes bildhaft an.

 

Zitat von Albert Einstein: “Wir können daher Materie als den Bereich des Raumes betrachten, in dem das Feld extrem dicht ist (…) in dieser neuen Physik ist kein Platz für beides, Feld und Materie, denn das Feld ist die einzige Realität.”

 

Ralf Münz (*1960 Laufach) Studium an der Städelschule, Hochschule für bildende Künste, Frankfurt/Main (1981-86) / Ausstellungen (Auswahl): Plasma, Galerie Kreuzer, Amorbach / Matrix, Galerie Lessmann und Lenser, Aschaffenburg / Rolf Hochhuth an der Blut-Hirn-Schranke, Osmotischer Raum, Aschaffenburg / Show It Again, Neuer Kunstverein Aschaffenburg / Unort, Atelier Amad Rafi, Frankfurt / Haut Nah Ost, Atelier Amad Rafi, Frankfurt / Vorsicht Glas, Galerie am Steg, Aschaffenburg / Plus-Minus-Licht, mit Jürgen Hafner, Museum für zeitgenössische Glasmalerei, Langen / ICHHAUS, Ausstellungshalle Jesuitenkirche Aschaffenburg. Förderpreis für zeitgenössische Kunst, Neuer Kunstverein Aschaffenburg. Lebt und arbeitet seit 1986 in Aschaffenburg/Laufach

 

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